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Donnerstag, 10. Oktober 2019

NORDERSTEDT MARITIM - ÖKOLOGISCHE DEFIZITE


„Wer die Natur beherrschen will, muss ihr gehorchen.“
― Francis Bacon ―
(1561 – 1626)

NORDERSTEDT MARITIM
ÖKOLOGISCHE DEFIZITE

Eberesche

Kein maritimes Projekt mit städtebaulichem Anspruch kann heutzutage ohne ökologische Ansätze ernsthaft in Betracht gezogen werden. Diese sind auch im Konzept NORDERSTADT MARITIM enthalten.

Um dieses Thema etwas ausführlicher zu behandeln und sich nicht den möglichen Vorwurf gefallen lassen, hier wären bloß leere Behauptungen aufgestellt, habe ich ein paar Fotos gemacht, die die Situation der ökologischen Defizite verdeutlichen sollten. Ich nehme an, dass dieses brandaktuelle Thema wohl vielen Bürgern von Norderstedt nicht gleichgültig sein oder sogar sehr am Herzen liegen dürfte.

1. Historischer Rückblick

Tatsächlich war nicht der englische Universalgelehrte und Philosoph, Francis Bacon, Begründer in der Neuzeit der wissenschaftlichen Methodenlehre, der erste, der sich grundsätzliche Gedanken machte über das Verhältnis des Menschen zur Umwelt. Nein, der erste war der griechische Philosoph Platon, der in einem seiner späten Dialoge die Situation der Bodenerosion und die Verkarstung der Landschaft im antiken Griechenland infolge massiver Rodung so detailliert und eindrucksvoll darstellte, dass er als der erste ökologieorientierte Denker aller Zeiten gelten kann. Der gesamte gebirgige Balkan – in der Frühgeschichte noch dicht bewaldet und durch vorhandene humusreiche Muttererde ertragreich und fruchtbar – verwandelte sich schon in der Bronzezeit nach und nach in eine öde Karstlandschaft, wo nur noch Ziegen und Schafe auf dem steinigen Boden etwas zum Fressen fanden – so schrieb Platon. Diese Verkarstung schritt übrigens bis in die Gegenwart voran, sodass heute der gesamte Balkan als das klassische Beispiel gilt für durch Menschen in Gang gesetzte Prozesse ökologischer Degradierung, die zur Entwicklung des Landschaftstyps Karst führten. Diese Situation mangelnder Erträge zwang übrigens die Hellenen zur Auswanderung: Auf dem Seewege besiedelten sie viele Küsten Mittelmeers, wo sie neue Städte und Kolonien gründeten. 

Von der Antike in die Gegenwart: Auch in Norderstedt sind - trotz der 50 jährigen Geschichte der Ökologie als wissenschaftliche Disziplin und ungeachtet der parallel dazu verlaufenden sehr aktiven Umweltbewegung  - ökologische Fehler gemacht worden, die beseitigt werden sollten.

Wir blicken zurück auf die Landesgartenschau, die 2011 in Norderstedt ausgerichtet wurde, und in diesem Zusammenhang auf die Sanierung und Umgestaltung des Stadtparks und des vormaligen Baggersees zum Stadtparksee. Aus dem Wildwuchs, einer Müllhalde und Industrieruine ist eine kultivierte grüne Wald-, Wiesen-, Heide- und Seenlandschaft entstanden. Damals als der Stadtpark und der Baggersee umgestaltet wurden, ist allerdings  nicht alles so gelaufen, wie es sich um die Natur besorgten Bürger der Stadt wünschten: um die 2000 Laubbäume vom alten Baumbestand, die zum Teil die benachbarte Industrielandschaft verdeckten, wurden unnötigerweise leichtsinnig gefällt, wertvolle üppige Sträucher gerodet.

2. Alarmierende Zahlen

Just vor ein paar Tagen veröffentlichte die Weltnaturschutzunion (IUCN) die Rote Liste bedrohter Baumarten in Europa, worüber die Medien berichteten: „Die Hälfte der Baumarten in Europa sei bedroht. „Mehr als 40 Prozent aller Baumarten in Europa sind vom Aussterben bedroht. Für 42 Prozent der insgesamt 454 in Europa heimischen Arten besteht ein "erhöhtes Risiko". Besonders bedroht sind demnach die 265 Baumarten, die in Europa endemisch, also nur hier zu finden sind. Von diesen sind 58 Prozent vom Aussterben bedroht. In Deutschland geht es laut der Studie vor allem Ebereschen (Sorbus) schlecht. Die Eberesche ist in Deutschland vom Aussterben bedroht https://www.dw.com/de/h%C3%A4lfte-der-baumarten-in-europa-bedroht/a-50614539

3. Baumbestand und Lebensqualität

Dem Thema des Zusammenhangs zwischen dem Baumbestand und unserer Lebensqualität widmete sich der Journalist vom Hamburger Abendblatt, Herr Michael Schick, in einem Artikel vom 29.08.2019: ÖKO? LOGISCH! „Die Bäume sorgen für unsere Lebensqualität“ Daraus ein paar Formulierungen: Ohne sie wäre das Stadtklima unerträglich. Bäume sollten bei Neupflanzung durchmischt werden, um eine breite und schädlingsresistente Vielfalt zu erhalten. Der Baumbestand müsse auf ein möglichst breitgefächertes Fundament gestellt werden. https://sonderthemen.abendblatt.de/gruene-heyde-norderstedt-rathaus-christoph-lorenzen-kerstin-zacher-fachplanerin-klima-baeume-lebensqualitaet-73991

Die Situation vor Ort am Stadtparksee spricht aber eine andere Sprache. Sie korrespondiert leider negativ und defizitär direkt mit den o.g. Ausführungen und wirft abermals die Frage auf: Was hat eigentlich Priorität bei den Planern im Norderstedter Rathaus? Und welche Planungsgrundsätze gelten dort tatsächlich? Von den ökologischen Grundsätzen findet sich dort jedenfalls keine Spur. Denn diese Situation sieht folgendermaßen aus:

3.1 Rodung des Baumbestandes

- an der Schleswig-Holstein Straße



- am Seeufer








3.2 Birken-Monokultur





...

Jerzy Chojnowski

Dienstag, 8. Oktober 2019

FRANZÖSISCHES MITTELMEERFLAIR IN CAMARGUE


+++ Camargue +++
Die Region im Überblick:
Sechs Städte am Meer oder malerisch im hügeligen Hinterland gelegen: Wegen der engen Gassen sollte man hier das Reisemobil etwas abseits parken und das französische Flair lieber zu Fuß oder per Rad genießen.



Perfekter Badeplatz: die lange Plage du Grand Travers in La Grande-Motte.

Marseillan
Die kleine Gemeinde liegt am Mittelmeer zwischen Agde und Sète und hat einen gemütlichen Fischereihafen, wo man ausgiebig Schiffe gucken und etwas essen kann. Tipp: Von hier kommt der berühmte Wermut Noilly Prat, auf Führungen durch den Weinkeller darf man ihn verkosten. www.marseillan.com


Sète
Vom 183 Meter hohen Hügel Mont Saint-Clair, einem Kalksteinfelsen am südlichen Stadtrand von Sète, genießt man einen wundervollen Blick auf die Landschaft rund um die Hafenstadt, die zwischen Mittelmeer und L’étang du Thau liegt. Sète besitzt viele Kanäle und einen zwölf Kilometer langen feinen Sandstrand. www.tourisme-sete.com
Montpellier
Die Altstadt ist mit ihren teils steilen Gassen und zahllosen Cafés und Restaurants einfach zauberhaft, die gotische Kathedrale Saint-Pierre in ihren Dimensionen beeindruckend. Die Stadt liegt nur zehn Kilometer vom Mittelmeer entfernt und war gerade ein Austragungsort der Frauenfußball-WM. www.montpellier-frankreich.de
Le Grau-du-Roi
Ein netter, alter Ortskern und Gassen beidseits des Fischereihafens machen den Charme von Le Grau-du-Roi aus, das auch einen einfachen Stellplatz am Strand hat. Mit etwa 4500 Anlegeplätzen bietet sich der Ort in der Nähe von Aigues-Mortes vor allem als Gastgeber für Segler an. Der Fischereihafen von Le Grau-du-Roi ist längst auch zur Showmeile für Boote und Skijets geworden.


Montag, 30. September 2019

GEDANIA - VOR VIERZIG JAHREN

SEGELTÖRN MIT DER „GEDANIA“
Segelzeichen: PZ-452 
Material: Stahl
Rigg: Schoner 
LüA:  20 m 
Segelfläche: 200qm

VON DANZIG INS MITTELMEER UND ZURÜCK
ZEITRAUM: MAI – AUGUST 1979
WETTERLAGE: BESTE WETTERBEDINGUNGEN
FUNKTION AN BORD: BOOTSMANN

SEGELROUTE:

GDAŃSK (JACHTCLUB GÓRKI ZACHODNIE)/POLSKA
KIEL (HOLTENAU)/WEST-DEUTSCHLAND
RENDSBURG/WEST-DEUTSCHLAND
BRUNSBÜTTEL/WEST-DEUTSCHLAND
ROTTERDAM/NIEDERLANDE
PLYMOUTH/GROßBRITANNIEN
LISSABON/PORTUGAL
CEUTA/SPANIEN
ORAN/ALGERIEN
PALMA DE MALLORCA/SPANIEN
VALENCIA/SPANIEN
ALICANTE/SPANIEN
GIBRALTAR/GROßBRITANNIEN
BRUNSBÜTTEL/WEST-DEUTSCHLAND
KIEL/WEST-DEUTSCHLAND
GDAŃSK (JACHTCLUB GÓRKI ZACHODNIE)/POLSKA

ZURÜCKGELEGTE STRECKE: 6139 sm










































Autor: 4. von links, in Oran (Algerien)

Donnerstag, 15. August 2019

MENSCH AM MEER







Psychologische Erklärung:
Darum lieben wir es so sehr, aufs Meer zu schauen
VON Sarah Peters - KSTANZ



„Life is better at the beach.“
Mehr noch als alle anderen Naturlandschaften fasziniert uns das Meer.
Das Leben ist besser, wenn man am Strand ist. So lautet ein vielzitierter Spruch, mit dem unzählige Nutzer in den sozialen Netzwerken ihre Urlaubsfotos anpreisen. Darauf zu sehen: Das Meer, Sandstrand, eine untergehende oder aufsteigende Sonne. Für viele Menschen ist das Sehnsuchtsort überhaupt. Doch warum eigentlich sind wir so fasziniert vom Meer?

„Das Meer spricht uns alle an“
Psychologin Julia Scharnhorst hat sich mit dieser Frage beschäftigt: „Dass das Meer alle Menschen anspricht, ist schon etwas Besonderes.“ Andere Naturlandschaften wie etwa Berge oder die Wüste würden die Menschen zwar auch begeistern, aber bei weitem nicht so viele. Interessant ist, dass wir eine Landschaft – egal ob Land oder Stadt – grundsätzlich mögen, wenn Wasser darin ist. „Dazu gibt es Studien“, so Scharnhorst. „Naturerlebnisse beruhigen uns. Es muss nicht immer das Meer sein, schon ein Teich im Park oder ein See kann diesen Effekt auf uns haben.“ Für die meisten Menschen ist das Meer jedoch der absolute Kontrast zum Alltag.

Wir können das Meer mit allen fünf Sinnen erleben
Das Besondere am Meer ist, dass wir es mit allen Sinnen genießen können, so die Psychologin. Wir können es riechen und genießen den starken salzigen Geruch.
Wer schon einmal beim Schwimmen etwas Salzwasser in den Mund bekommen hat, konnte das Meer auch schon schmecken. Das Meer beschert uns Menschen dazu auch so manchen Gaumenschmaus: Wer an der Küste urlaubt, kann dort besonders gut frischen Fisch und Meeresfrüchte verköstigen. Hier geht die Liebe sehr wirklich direkt durch den Magen.
Ein weiterer Sinn, der am Meer stimuliert wird, ist das Sehen. Stehen wir am Strand oder auf einer Klippe und schauen auf das Meer, so können wir bis zum Horizont sehen. „Unser Blick über das Meer wird nicht zugebaut und gibt uns das Gefühl von Unendlichkeit“, erklärt Scharnhorst. Das blau-grün-türkisfarbene Lichtwellenspektrum des Meeres wirkt beruhigend, entkrampfend und stressmindernd.

Barfuß am Strand fühlen wir uns besonders geerdet
Aber nicht nur die Wassermassen machen etwas mit unseren Emotionen und unserer Gesundheit. Sand zwischen den Zehen, eine erfrischende ausrollende Welle, die die Füße umspült und sich dann wieder ins Meer zurückzieht: wir fühlen das Meer und den Strand. Diese Sinneseindrücke erleben wir im Alltag selten.
Dabei spielen die Füße eine ganz besondere Rolle: „Mit den Füßen spüren wir den Grund und Boden eher selten, denn meist hüllen wir unsere Füße in Socken und Schuhwerk. Dieses Gefühl bringt uns wieder ein Stück in Verbindung mit unserem eigenen Körper – und der Natur.“ Außerdem ist man bei schönem Wetter im Sommer am Strand oft weniger bekleidet. Sonne, Salzwasser auf der Haut oder den Wind nehmen wir dann ganz anders und mit dem ganzen Körper wahr.

Auch wenn das Meer laut wie ein Lkw ist, beruhigt es uns
Wir entspannen am Strand und hören das Meeresrauschen, dessen Geräuschpegel sich manchmal mit einem vorbeifahrenden Lkw vergleichen lässt. „Auch wenn das Wellenrauschen ein Geräusch ist, empfinden wir es nicht als Lärm, der uns stresst.“ Im Gegenteil: Wellenrauschen wirkt wie Meditationsmusik auf uns und ist der absolute Kontrast zu den Geräuschen in einer Großstadt. „Es ist nicht der Geräuschpegel, sondern die Art der Geräusche. Naturgeräusche kann unser Gehirn viel besser verarbeiten als künstlichen oder technisch verursachten Lärm“, erklärt Scharnhorst.
Außerdem wirkt der Rhythmus der Wellen beruhigend auf uns. „Die Frequenz entspricht einem ruhigen Atem-Rhythmus der Menschen, ist also eine Art Natur-Rhythmus.“ So haben Mediziner festgestellt, dass Menschen, die sich in der Nähe von, am oder unter Wasser befinden, weniger Stress oder Ängste verspüren und einen ruhigeren Puls und Herzschlag haben. Meeresrauschen wirkt sogar schmerzlindernd und wird heute erfolgreich in der Reha oder in der Schmerztherapie, sogar in Zahnarztpraxen, eingesetzt.

Sorgen werden am Meer plötzlich ganz klein
Trotz aller Romantisierung ist das Meer eine Naturgewalt und wird niemals vom Menschen beherrscht werden. Das raue und gefährliche Treiben können wir aus sicherer Distanz betrachten – ohne uns in Gefahr bringen zu müssen. „Wer schon mal bei Sturm an der Atlantikküste oder an der Nordsee spazieren gegangen ist, weiß, dass das ganz schön wild werden kann.“ Gleichzeitig kann man dieses Abenteuer aber in relativer Sicherheit erleben. Scharnhorst dazu: „Auch dann sammeln wir Sinneseindrücke, die wir beruhigend oder als anregend empfinden, die uns aber nicht überfordern.“
Sorgen, die wir mit uns herumtragen, werden am Meer plötzlich ganz klein. „Man erlebt sich plötzlich als winziges Wesen im Angesicht der Naturgewalten. Alleine an einem Strand spazieren zu gehen, da kommt man sich schon sehr, sehr klein vor.“ Diese Erfahrung helfe persönliche Ängste zu relativieren und sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. „Es hilft beim Abschalten und Loslassen und sich nicht so in Sorgen hineinzusteigern.“

Samstag, 20. Juli 2019

PROJEKT HELENA


EXPOSÈ
PROJEKT HELENA:
Restaurierung eines alten Ostseekutters namens HELENA
und sein Einsatz für soziale Zwecke

1. Problemsituation 
Alte Schiffe, behaupten ihre Liebhaber, hätten eine Seele, die modernen Schiffen allesamt fehle. Dem schließe ich mich an. Sie sind, wie alte Häuser, unser historisches Erbe, das uns heute von Handwerks- und Baukunst früherer Zeiten und von der Geschichte, von Leben und Arbeit ihrer Betreiber erzählen. Sie stellen die maritime Architektur dar, die unsere Häfen bereichern und die Hafenbesucher begeistern. Über ihren ideellen Wert hinaus können sie aber auch für vielfältige, für die Gesellschaft nützliche Zwecke genutzt werden. Einige besondere Probleme begleiten jedoch dieses maritime Erbe:

 - Historische Schiffe verfallen schnell, besonders dann, wenn sie aus Holz sind, wenn Pflege fehlt und der Verfallsprozess nicht rechtzeitig und wirksam gestoppt wird. Ist dieser zu weit fortgeschritten, sinken sie in Häfen. In den meisten Fällen werden sie anschließend abgewrackt. Sie gehen uns dann unwiderruflich verloren: ein kultureller Verlust, der nicht wieder gutgemacht werden kann. 

- Unseren Behörden fehlt viel zu oft jegliches Verständnis dafür, dass hier etwas dringend getan werden muss. Auf staatliche Unterstützung wartet man also häufig vergebens, was Restaurierung, Pflege und Betrieb solcher Schiffe anbelangt. Das beweist zumindest meine bisherige wenig erbauliche Erfahrung.

- Dieser Aufgabe widmen sich also Liebhaber, die sich aus idealistischen Gründen für den Erhalt unseres maritimen Erbes einsetzen und dafür Zeit, Arbeit und Geld einsetzen aber in der Regel leider viel zu finanzschwach sind um das Vorhaben schnell und fachgerecht zu Ende zu bringen. Einer von ihnen bin auch ich. Für mich als Segler, der ich seit meiner Jugend segele, gab es schon immer einen Traum nämlich, einen alten Segelkutter zu besitzen, darauf zu wohnen und mit seinem Betrieb zum Gemeinwohl beizutragen. 



2. Vorgeschichte
Meine maritimen Interessen, mein seglerischer Werdegang als Skipper, Segellehrer und Yachtberater und die Wege des Schicksals führten mich also zum Erwerb eines alten und erhaltungswürdigen Ostseekutters namens HELENA. Es handelt sich um ein im Jahre 1943 bei der A. Modersitzki-Werft in Tolkemit/bei Elbing (Ostpreußen) gebautes Fischerboot aus Eiche (Spitzgatter) von 15 m Länge, 5 m Breite und 33 t Gewicht.


Durch die Kriegsfolgen zog die Modersitzki-Werft 1945 nach Maasholm an der Schleimündung um, wo sie sich bis heute befindet. Das am Frischen Haff während des Krieges gebaute Schiff kam 1945 nach Schleswig-Holstein und blieb hier die ganze Zeit während seines Dienstes als Fischkutter. Nach dem Krieg fischte er zunächst auf der Ostsee und wurde später bis zu seiner Außerdienststellung auf der Nordsee als Krabbenkutter  mit Heimathafen Büsum betrieben, vom Fischer Reimer Matthiesen. Dieser verkaufte das stillgelegte Schiff an einen Büsumer Makler, der den Fischkutter zwischen 1993 und 1998 zu einem Motorsegler also Sportfahrzeug umbauen ließ. Sein vorletzter Eigner verlegte das Schiff in der ersten Jahrzehnthälfte des neuen Millenniums nach Husum, dann nach Wilhelmshaven. Anfang September 2008  sank das Schiff im Hafen von Wilhelmshaven aus Mangel an Aufsicht und Pflege, blieb mehr als eine Woche in 10 m Tiefe liegen und wurde nach seiner Bergung mit schweren Schäden an Maschine, Elektrik, Einrichtung und Ausrüstung zum Wrack. Die Stadt veranlasste die Bergung des Wracks. Ich übernahm es am 14. Oktober 2008, wurde sein Eigner und rettete das Schiff somit vor dem Abwracken. 



3. Restaurierung

Nach einer einwöchigen von mir vorgenommenen provisorischen Reparatur wurde der Kutter am 20. Oktober 2008 wieder zu Wasser gelassen und blieb drei Jahre  im Wasser liegen bis es zwecks weiterer Instandsetzung im Oktober 2011 an Land gezogen wurde, auf das Grundstück des Yacht-Clubs Wilhelmshaven (s. Zeitungsartikel). Von Oktober 2008 bis Oktober 2012 arbeitete ich intensiv an der Instandsetzung des Schiffes und investierte viel Zeit, Arbeit und Zuwendung in seine Erhaltung und Restaurierung: 2000 Arbeitsstunden und über 10.000 Euro an Privatkapital. Leider konnte ich die Instandsetzung des Schiffes nicht fortsetzen und beenden, weil ich bei dem Wilhelmshavener Verein (dem ich 2009 beigetreten bin) im Jahre 2012 zunehmend Anfeindungen ausgesetzt wurde, die die Fortsetzung des Projekts unmöglich machten. Der Verein erwies sich als eigennützig, sein Vorstand als vertrags- und wortbrüchig und in hohem Maße unkameradschaftlich. Die zweckgebundene Spende einer Wilhelmshavener Stiftung an das Projekt HELENA  wurde durch den Verein veruntreut. Ähnlich verhielten sich der Vorstandsvorsitzende  und sein Stellvertreter bei der Veruntreuung des Vereinsvermögens in Höhe von 30.000 Euro im Zusammenhang mit der Instandsetzung der Lagerhalle, wobei eine sachgemäße und kostengünstige Durchführung dieser Arbeiten nur einen Bruchteil dieser Summe hätte in Anspruch nehmen können und müssen. Deshalb war seit November 2012 keine Zusammenarbeit mit dem Verein und keine Instandsetzung des Schiffes mehr möglich. Mein historisches Eigentum verfällt seitdem in Wilhelmshaven  auf dem Gelände des Yacht-Clubs Wilhelmshaven. Aus diesen Gründen braucht die HELENA zur weiteren Instandsetzung einen neuen Landliegeplatz bei einer Reparaturwerft und muss dorthin auf dem Landwege überführt werden.

4. Projektziel
Nach dem Untergang der HELENA beschloss ich das Schiff, das mir zum günstigen Preis angeboten wurde, zu retten und begann mit der Rettungsaktion Ende September 2008 nicht zuletzt deshalb, weil ich davon überzeugt war, dass ich einen sinnvollen Verwendungszweck für die HELENA gefunden habe, nämlich ihren zukünftigen Einsatz für maritime Ausbildung von Jugendlichen und  Kinderpädagogik. Kindern und Jugendlichen sollte der Kutter jedenfalls den ersten Kontakt mit dem Element Meer ermöglichen – ein sozial sinnvoller Verwendungszweck also und ein gemeinnütziges Projekt zugleich. Das Nutzungskonzept des Schiffes richtet sich aber auch an Erwachsene: Segelbegeisterte und Wassersport treibende, die in die Welt des Meeres eintauchen wollen. Für sie würde das Schiff die Gelegenheit bieten, sich und das Meer neu zu entdecken durch das Erlebnis des Küsten- und Hochseesegelns (bis ins Mittelmeer und in die Karibik) und durch die Erkundung der Unterwasserwelt durch Tauchen. Zum Ziel des Projekts gehört, das historische, denkmalschutzwürdige, gegenwärtig in Niedersachsen liegende Schiff, das an der Ostsee von deutscher Hand erbaut wurde und seit 1945 in Schleswig-Holstein seine fast 50 Dienstjahre als Fischkutter verrichtete, in sein Heimatrevier Ostsee zurückzuholen und hier in Schleswig-Holstein zu betreiben. Hierzu gehört, staatliche Förderung einzufordern und Spenden zu akquirieren, um den historischen, denkmalschutzwürdige Kutter HELENA auf dem Landweg in eine dänische Reparaturwerft zu verbringen, dort fachgerecht instand zu setzen, auszurüsten und wieder in Fahrt zu bringen.  Es ist geplant, das Schiff nach seiner Instandsetzung zu einer Arbeits-, Therapie-, Ausbildungs- und Wohnstätte zu machen, um die sich das maritime Erlebnis der Natur und das Betreiben des Wassersports durch das Segeln drehen sollten. Mein Ziel ist, die HELENA als hochseetüchtiger Segelkutter wieder in Fahrt zu bringen und in Eigenregie zu betreiben. Ich hoffe, das Schiff mit fremder Hilfe und meinem Engagement für gemeinnützige Zwecke nutzen zu können und so für die kommenden Generationen zu erhalten.

5. Historischer Wert
Es handelt sich im Falle des Kutters HELENA um ein Stück unseres maritimen Erbes, um ein maritimes Denkmal ostpreußischer materieller Bootsbaukunst, ein Meisterwerk aus deutscher Handwerkshand, das es auch mit staatlicher Unterstützung zu schützen und zu erhalten gilt. Es gibt nur noch sehr wenige denkmalschutzwürdige hölzerne Ostseekutter solcher Art, was den besonderen historischen Seltenheitswert meiner HELENA ausmacht. In der Tat ist das Schiff ein Teil materiellen Kulturerbe Preußens, weshalb ich im November 2018 beim Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein die Eintragung des Kutters in die Denkmalliste der beweglichen Kulturdenkmale beantragt habe, um es unter Denkmalschutz zu stellen. Die Maschine des Schiffes ist ein Motor von Henschel, einer Kasseler Motorenbaufirma, die in Deutschland vor und nach dem Krieg die Industriegeschichte schrieb.

6. Sponsoring
Aus obigen Gründen bin ich auf der Suche nach helfenden Sponsoren und Händen, die bereit wären das Projekt finanziell, materiell oder ideell zu unterstützen, um das historisch wertvolle Schiff vor dem Verfall zu bewahren und dem Projekt HELENA zum Erfolg zu verhelfen. Das Projekt ist auf die Großzügigkeit privater Spender und die Hilfsbereitschaft von Behörden angewiesen.

Sind Sie auch, wie ich, der Meinung, dass mein historisches Schiff es verdient hat, erhalten zu werden? Könnten Sie sich vorstellen, bei der Restaurierung mitzuhelfen? Über Ihre großzügige Unterstützung des Projekts würde ich mich sehr freuen und dafür Ihnen dankbar sein.

Jerzy Chojnowski
(Eigner-HELENA)
Skipper/Segellehrer/Yachtberater

Kontakt: hydrospace[@]wtnet.de

Als Anlage füge ich einen Presseartikel bei über das „Projekt HELENA“ samt Privatfotos, aufgenommen im Dezember 2008 und im Oktober 2011.

Spendenkonto:
Jerzy Chojnowski 
IBAN: DE 48 2004 0000 0420 7692 00, BIC: COBADEFFXXX









NUR PER BOOT ERREICHBAR


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Donnerstag, 27. Juni 2019

THETIS - VOR DREIßIG JAHREN





Vor dreißig Jahren steuerte ich als Skipper im Auftrag eines Berliner Architekten die THETIS, einen im Friedrichskoog (Dithmarschen) bei Bieritz-Werft gebauten Kutter (Foto oben), Call Sign (Rufzeichen) DKES, von Brasilien über die Karibik nach Puerto Rico.


Auslaufhafen
Fortaleza (Brasil)

Angelaufene Häfen und Ankerplätze
French Guyana: I. Royale/Devils Island;
(zur Geschichte der Insel ein Artikel als Anhang) 
Kourou Stadt/Kourou River (Foto untern); 
Cayenne (by car)
Tobago: Scarborough
Barbados: Bridgetown
St. Vincent: Young Islet, Douvernette Islet, Kingstown
St. Lucia: Vieux Fort Bay, Marigit Harbour, Castries
Martinique: Anse Salines, Martin, Fort de France
Dominica: Portsmouth
Marie-Galante: Grand Bourg
Guadelupe: Pointe a Pitre, Anse Deshaies
St. Barthelemy: Port Gustavia (Foto oben)
St. Martin: Philipsburg (2x), Marigot (2x), Anse Marcel, Tintamare I.
British Virgin Islands: Gorda Sound, St. Thomas Bay, The Baths (Virgin Gorda, Fotos unten); Caves, The Bight (Norman I.); Soper's Hole, Marina Cay, Road Town (Tortola)
American Virgin Islands: Waterlemon Bay, Cinnamon Bay, Caneel Bay, Cruz Bay (St. John), Charlotte Amalie (St. Thomas)
Puerto Rico: San Juan

Zurückgelegte Strecke
2797 sm

Reisezeit
Mai - August 1989

Reisedauer
ca. 3 Monate

Wetterverhältnisse
bestes sonniges Wetter
mit beständigem SO/NO-Passat bis 4 B

Besondere Ereignisse
Am 4. Juni nach der Überquerung des Äquators
lauschten wir auf Kurzwellen der Deutschen Welle 
und erfuhren so über die Studentenproteste in Peking
und das Vorgehen des Militärs, das mit Panzern versuchte,
mit allem Mitteln die Revolte zu ersticken.
Diese Ereignisse gewinnen heute nach 30 Jahren wieder an Aktualität. Wir sind nun Zeugen von Massenprotesten gegen die Willkür kommunistischer Macht in China, allerdings nicht in Peking sondern in Hongkong. Die Protestbewegung erfasste dort alle Bürger, die auf die Straße gehen, um gegen die Marionettenregierung Hongkongs zu demonstrieren und sich gegen das Diktat Kommunistischer Partei Chinas aufzubäumen.

In Kourou beobachteten wir nachts den Start einer Ariane-Rakete.

In Barbados kam ein neuer Gast an Bord, eine in Südafrika wohnhafte Engländerin, eine Bekannte des Miteigners des Schiffes. Ein halbes Jahr zuvor, kurz vor Weihnachten im Dezember 1988, wollte sie von Südafrika über Frankfurt und London nach New York fliegen. Beinah wäre sie das PANAM Flugzeug bestiegen, das über Lockerbie gesprengt wurde. Offenbar stand ihr der Schutzengel bei.

Karibik damals und heute
Die zu den Kleinen Antillen gehörende Insel Monserrat
war damals intakt, bewohnt und gut besucht. Im Jahre 1995 wurde bei einer Vulkaneruption ein großer Teil von Monserrat verwüstet 
und die Insel praktisch unbewohnbar gemacht.

Am 06. September 2017 zog der Hurrikan Irma über St. Martin hinweg. Kurze Zeit später folgte der Hurrikan Maria. Beide richteten verheerende Schäden an und hinterließen eine Schneise der Verwüstung: Bäume wurden entwurzelt, Gebäude zerstört und Fahrzeuge durch die Luft geschleudert. Die Infrastruktur (Stromversorgung, Straßen und auch der Princess Juliana International Airport) wurde zerstört. Holland entsendete das Militär, 
um der Situation Herr zu werden.

Ende September 2017 war Hurrikan "Maria" mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern über die Karibik hinweggefegt. Am schlimmsten traf er Puerto Rico, wo viele Menschen starben. Der Hurrikan verursachte auf der ganzen Insel flächendeckende Verwüstungen und schwere Schäden in Milliardenhöhe, die Lage für die 3,4 Millionen Einwohner und in den Krankenhäusern war dramatisch. Die komplette Insel war ohne Strom, halbe Insel ohne Wasser; Nahrung und Treibstoff mussten rationiert werden. Kommunikation über Telefon ist fast komplett ausgefallen, darunter auch Rundfunk und z.T. Fernsehen. Es war der schlimmste Hurrikan in der Geschichte Puerto Ricos. 

Solche Probleme hat weder Kourou  noch Französisch Guayana - beide liegen in der hurrikanfreien Zone, in den Kalmen. Außerdem liegt Kourou-Weltraumbahnhof sehr vorteilhaft nur 500 km vom Äquator entfernt. Am Äquator ist die Rotationsgeschwindigkeit der Erde (500 m/s = ca. 1600 km/h) am größten, weshalb in Äquatornähe kleinere Raketen dieselbe Last in den Orbit transportieren können als Raketen an anderen Standorten. Für Frankreich und die ESA ist deshalb Kourou Gold wert. Kourous Einwohnerzahl wuchs in dieser Zeit von damals  unter 10 Tsd. auf heute über 30 Tsd. Und der Weltraumbahnhof der ESA verfügt heute über drei Startrampen für Raketen verschiedener Größe und Herkunft. Übrigens: Kourou gehört zu den sichersten und am besten geschützten Städten der Welt: bewacht von der Französischen Fremdenlegion, was wir während unseres Aufenthalts dort und zuvor auch auf der Teufelsinsel zu spüren bekamen.

Jerzy Chojnowski
(Skipper/Sailing Instructor/Yacht Consultant)

Antillen



Kourou (French Guyana)







 The Baths (BVI)







ANHANG

TRAVELBOOK

Die brutale Geschichte der „Teufelsinsel“

Von 1852 bis 1946 war die Paradiesinsel Île du Diable vor der Küste Französisch-Guayanas ein Vorhof zur Hölle: Unter der Herrschaft des grausamen Neffens von Napoleon Bonaparte wurden Verbrecher und politische Rebellen hier gefoltert und gezwungen unter den menschenunwürdigsten Bedingungen zu arbeiten. Innerhalb des ersten Jahres der Gefangenschaft starb fast die Hälfte der Sträflinge.


© Getty Images
Die schlimmste Gefängnisinsel des französischen Kaiserreichs lag im Paradies: Fast 100 Jahre lang wurden Verbrecher, aber auch Oppositionelle und Andersdenkende auf die Île du Diable (z. Dt. Teufelsinsel) in Südamerika verschleppt. Das kleine Eiland gehört zu Französisch-Guayana, ein Überseedépartement Frankreichs. Von 1852 bis 1946 mussten die Gefangenen dort aneinander gefesselt Zwangsarbeit verrichten.

Rund 80.000 Gefangene lebten auf der Insel

Kaiser Napoleon III., der Neffe Napoleon Bonapartes, hatte im Jahr der Gründung der Strafkolonie die Kaiserherrschaft gewaltsam mit einem Staatsstreich an sich gerissen. Viele Republikaner und Intellektuelle mussten das Land verlassen. Diejenigen, die das nicht rechtzeitig schafften, wurden unter Anklage des Landesverrates nach „Devil’s Island“ verbannt, wie die Insel im Englischen bezeichnet wird.
Neben den Mördern und Vergewaltigern, die in den Baracken der Kolonie lebten, befanden sich also auch unschuldige Männer, die nichts anderes getan hatten, als für die politischen Überzeugungen der französischen Revolution einzustehen. Etwa 80.000 Gefangene wurden auf die „Île du Diable“ gebracht, wovon ein großer Teil auf der Insel umkam.

Leben wie ein Sklave


© Getty Images Île du Diable
Auf der Teufelsinsel erwartete die Gefangenen ein Leben ohne wirklichen Schlaf, ohne richtiges Essen, ein Leben in Fesseln und ständiger Erniedrigung. Sobald ein Häftling das Ufer der Teufelsinsel betrat, wurde ihm sein Name weggenommen, stattdessen erhielt er eine Nummer. Für die Wärter war er nur noch ein seelenloser Zwangsarbeiter. Jeder Inhaftierte musste pro Tag 10 bis 12 Stunden in Ketten gelegt arbeiten. Fast wie zum Spott erhielt er dafür einen Lohn von 10 bis 15 Centimes, die er wiederum bezahlen musste, um sich verdorbenes Essen und ein Glas billigen Wein zu kaufen.
Die extrem harte Arbeit, das schlechte Essen, tropische Krankheiten und die ständige Misshandlung durch die Wärter brachten schon im ersten Jahr der Strafkolonie fast die Hälfte der Gefangenen um: 40 Prozent sollen an den Folgen von Hunger, Überanstrengung und unbehandelten Krankheiten gestorben sein. Die wenigen, die eine Flucht von der Insel wagten und es durch den dichten Urwald an die Küste schafften, ertranken beim Versuch, die Strafkolonie schwimmend zu verlassen, oder wurden von den Haien gefressen, die zu großer Anzahl vor der Teufelsinsel schwammen.


© Getty Images Île du Diable

Grausame Strafen

Ironischerweise gehörte die Teufelsinsel zu der Inselgruppe Îles du Salut, was auf Deutsch so viel wie die „Inseln des Heils“ bedeutet. Auf dem Nachbareiland von Devil’s Island, der Île Saint-Joseph, wurden Gefangene nach gescheiterten Fluchtversuchen oder Widerstand gegen die Wärter zur Strafe in Isolationshaft gesperrt. Dort wurden sie manchmal 6 Monate am Stück in einer winzige Zelle ohne Licht gefangen gehalten.
In der Nationalbibliothek von Australien gibt es Zeitungsartikel aus dem 19. und dem 20. Jahrhundert, in denen Überlebende auch von anderen grausamen Strafen berichten: Wer sich wiederholt den Wärtern widersetzt habe, der sei in den Dschungel gezerrt und an einen Baum festgebunden worden. Dort sei der Wehrlose meist qualvoll verdurstet und den Angriffen der Tiere und Insekten des Urwalds ausgesetzt gewesen.

1946 wurde die Strafkolonie aufgelöst

Erst durch die sogenannte Dreyfus-Affäre Ende des 19. Jahrhunderts wurden nach und nach die unmenschlichen Bedingungen auf der Teufelsinsel bekannt: Alfred Dreyfus, ein Artillerie-General war nach falschen Anschuldigungen auf die Teufelsinsel verbannt worden.
Erst durch den Widerstand und die Aufdeckungen des berühmten französischen Schriftstellers und Journalisten Émile Zola wurde seine Haft schließlich beendet. Dreyfus und andere Zeugen berichteten von den Grausamkeiten der Strafkolonie. Aufgelöst wurde sie dennoch erst 1946, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Heute gehören die Heilsinseln und Französisch-Guayana immer noch zum Staatsgebiet von Frankreich. Die Ruinen der Strafkolonie sind für Touristen zugänglich.

+++

Heute überragen das Panorama der Insel Radoms von Radar- und Richtfunkantennen, die dem Betrieb des auf dem Festland liegenden Weltraumbahnhofs dienen.
Jerzy Chojnowski